"The hardest thing to do is something that is close…
Wer einmal in die Versuchung kam und „dreißig“ in Wikipedia nachschlug, erfährt einige interessante Details. Etwa, dass die „Dreißig“ die kleinste sphenische Zahl ist. Für Zahlentheoretiker bestimmt eine unglaublich spannende Angelegenheit, für Rapfans eher nicht. Wenn auf die „dreißig“ aber noch die Worte „fescheste Rapper“ folgen, ändert sich die Lage: Die Veranstaltung „Die 30 feschesten Rapper“, präsentiert von The Message, hat sich als Exempel für die Diversität der österreichischen Rapszene einen Namen gemacht. Am Samstag ging die Reihe in die dritte Runde. Der Ablauf blieb der gleiche, nur die Rahmenbedingungen änderten sich: Erstmals dürfen die 30 feschesten Rapper der Alpenrepublik das Mic infolge des Rap Against Festivals in die Hand nehmen, Open Air am Karlsplatz. Freshe Location für fesche Rapper, die sich alle bereit erklärt hatten, für den guten Zweck aufzutreten.
Glücklicherweise zeigte sich auch das Wetter von einer leiwanden Seite, als um 17 Uhr am Red Bull Brandwagen die große Party begann. Unter der Ägide von DJ Testa legten Vertreter aller Subgenres Auftritte vor – egal ob auf Englisch oder Deutsch. Auffällig, dass Grime — Skepta und Stormzy sind daran nicht ganz unschuldig — in Form von Chamelionz und Con endgültig Österreich erreicht hat. BoomBap ist unter anderem dank Mostheadz oder Huhnmensch & Böser Wolf immer noch da, und die Battlesaison ist durch die Grazer Fraktion von Fate, siebzig prozent, LP One und Spello sowieso ganzjährig. Straßenrap wäre fast untergegangen, da Beloskoni auf sich warten ließ und dann lediglich zwei Minuten Stagezeit herunterspulte. Und ja, Trap macht man auch in Österreich. Leider in wenig spannender Aufbereitung.
Viel spannender und ein besonderes Highlight war der Auftritt von Ernst Palicek, der Karäil bei „Kälte“ assistierte. Das Outfit alleine zog alle Blicke auf sich. Da das Rap Against eine politische Agenda verfolgt, thematisierte die Mehrheit der Rapper auch die kommende Stichwahl zur Bundespräsidentschaft. Während Con direkt per selbst gebasteltem T-Shirt-Aufdruck für Alexander Van der Bellen warb, bevorzugte The Unused Word, die „Perfect Government“ von NOFX coverte, einen dezenteren Weg: Man solle einfach das Richtige wählen. In Verbindung mit dem präsentierten Track dürfte die Botschaft sowieso klar sein.
Aber in erster Linie wurde nicht politisch, sondern musikalisch Werbung gemacht: Soia, Fellowsoph, Kravali, Huhnmensch & Böser Wolf, Mostheadz – um nur einige hervorzuheben – kündigten anstehende Releases an. „30 fescheste Rapper“ konnte anhand der großen qualitativen Dichte manch Totalausfall verkraften. Die Veranstaltung war ein Erfolg. Ob bei der kommenden Wahl ähnliche Feierstimmung aufkommen wird, bleibt abzuwarten.
Ein Video mit Ausschnitten aus der zweistündigen Show (vollständiges Line-up hier zu finden) folgt in Kürze auf themessagemagazine.at
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