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Street-Totems und Masters of the Universe // Urban Space Gallery

Street-Totems und Masters of the Universe // Urban Space Gallery

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Alle Fotos: EGAL Magazin

In der Halbgasse im 7. Bezirk eröffnete vergangene Woche die Urban Space Gallery. Da galt es, genauer hinzusehen. Bereits nach einigen Schritten – mit dem Blick zur Seite gewendet – kann man durch die großen Fenster die ersten Werke erblicken. Gegen 17 Uhr tummeln sich dort die ersten Streetart-Fans und Freunde, um die Galerie und Künstleragentur zu eröffnen, mit fortschreitender Stunde wird es immer voller. Geht man die Treppen hinunter, steht man direkt vor der Bartheke. Hier gibt’s neben Bier auch Farbdosen der australischen Marke Ironlak zu kaufen.

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Die großzügigen Räumlichkeiten sind im Untergeschoß des Wohnhauses Nr.18 gelegen, der schwarz gefärbte Boden hebt sich elegant von den weißen Wänden ab, ideal um die Werke in Szene zu setzen. Die Atmosphäre wirkt angenehm ruhig, man fühlt sich wohl, während man die Kunst betrachtet.

Mithilfe von Freunden dauerte es ein paar Monate, danach war der Ausstellungsraum fertig renoviert. Die Agentur Urban Space gibt es allerdings schon länger, bekannt ist sie durch den Urban Space Market, der jährlich Kunstinteressierte, Street-Artists, Künstlerinnen und Künstler zusammenführt. „Urban Space“, nun mit der bestehenden Ausstellungsfläche in der Bandgasse, versteht sich als eine Plattform für Kunstschaffende und Interessenten, mit Fokus auf temporären Streetart-Künstlerinnen und Künstler. Weiters wird durch die Planung, Organisation und Durchführung von Events eben genau dieser Sektor gefördert und unterstützt.

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Mit Urban Space gewinnt der 7. Bezirk einen weiteren Raum für Kreative. Bezüglich der Streetart ist diese Gegend schon länger kein Geheimtipp mehr. Man denke nur an die Burggasse 98, deren alte Fassade in einem Full-Facade-Painting von den Street-Artists Knarf, Mafia und FRESH MAX zum Leben erweckt wurde, oder den im Untergeschoß des Hauses gelegenen Colorstore Somogyi. Weiters ist im Nachbarbezirk das Rabbiteyemovement auf der Gumpendorferstraße, von Nychos und Kollegen geführt, gelegen oder bis vor Kurzem die bekannte Inoperable Galerie, die zwar nicht mehr mit einer Galerie präsent ist, jedoch verschiedene Projekte rund um den Globus organisiert.

Zurück zur Urban Space Galerie: In der ersten Ausstellungsrunde sind Werke von Busk, Manuel Murel, Michael West und Error zu sehen. Den roten Faden der Ausstellung sucht man vergeblich, da jeder Künstler sein eigenes Konzept mitbringt. Die erste Bildserie stammt von Manuel Murel. Bei seinen Bildern geht es um unerreichbaren Luxus. Dabei greift er in die Kiste der symbolischen Luxusgüter und projiziert sie auf eine abstrakte Umgebung, wie man das aus dem Beatles-Film „Yellow Submarine“ kennt. Die Bilder sind im hohen Preissegment angesetzt, was auch Teil seines Konzeptes ist. Ein Bild kostet 1560 Euro. Unerreichbar für die mittlere Schicht der Gesellschaft – seine Kunst ist nur den Reichen vorbehalten. Manuel spielt mit der Oberflächlichkeit. Wo fängt der tatsächliche Wert eines Kunstwerks an und bei wie viel Millionen Euro hört er auf? Ist es Fluch oder Segen reich zu sein? Diese Frage sollte sich jeder selbst beantworten.

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Weiter geht es mit den Stencil-Schablonen von Busk. Er ist bekannt für sein Konzept CMOD (Citymodifikation). Die Schablonen in Übergröße sind für ihn eine Hommage an seine Werke, die er mit Stencils an die Wand gemalt hat. Diese spiegeln gleichzeitig einen Einblick in sein anfängliches Werk wider.

Michael West ist Grafikdesigner und Galerist. Die Serie seiner „Street Totems“ kennt man vielleicht schon von den Urban Space Ausstellungen. Auf den Leinwänden sieht man Comicfiguren und Illustrationen, die in Totems verschachtelt sind. Themen, die er dabei behandelt, sind Vandalismus, Musik und Streetart.

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Die Werke von Error zeigen sonst immer ziemlich gesellschaftskritische Konzepte. Diesmal ist er aber subtiler unterwegs und trumpft mit seiner Serie der grellen Farben auf. Er widmet sich dem Thema „Master of the Universe“. Die Metallplatten, die an den Wänden hängen, zeigen He-Man und Skeletor, He-Man spielt eine zentrale Rolle in der Action-Figuren-Serie „Masters of the Universe“. Skeletor ist He-Mans Erzfeind. Nach einem kurzen Gespräch mit Error wurde die Metaebene der Bilder erläutert: „Die Spaltung Europas steht kurz vor der Tür. Die Medien und Großmächte spielen die Bevölkerung aus und hetzen uns alle gegeneinander auf – Gut gegen Böse. Wir sind die Spielfiguren für die.“

Die Urban Space Galerie zeigt mit diesen vier Wiener Künstlern einen bunten Mix an zeitgenössischer Kunst. Zu besichtigen gibt es die Werke derzeit in der Halbgasse 18, 1070 Wien. www.urbanspace.at

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Foto: studio.abk

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