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The Message Award: FAQ

The Message Award: FAQ

Vor etwa einer Woche sind wir mit der Information an die Öffentlichkeit gegangen, uns aus der Jury bei den Amadeus Austrian Music Awards zurück zu ziehen und in weiterer Folge lieber einen eigenen österreichischen HipHop-Preis zu verleihen. Dass die Reaktionen darauf durchwegs positiv waren, freut uns und bekräftigt uns in dieser Entscheidung. Zumal das Jahr 2020 nach einem ungewohnten, aber hoffentlich trotz aller Turbulenzen besinnlichen Weihnachten in großen Schritten auf sein Ende zugeht, wollen wir die ersten Details zum The Message Award präsentieren. Dieser Artikel wird laufend erweitert.

Warum gibt es den The Message Award?

Die Gründe wurden hier bereits ausführlich erläutert, daher noch einmal in der Kurzfassung: Wir sind seit Jahren der Meinung, dass der Amadeus seinem Anspruch als wichtigstem Musikpreis Österreichs nicht mehr gerecht wird. Auszeichnungen, die sich großteils an Verkaufszahlen orientieren, können nun mal kaum alle Facetten der musikalischen Landschaft abdecken. Wir möchten viel mehr die Bedeutung von Acts innerhalb des jeweiligen Genres beziehungsweise der jeweiligen Sparte hervorheben und eine Wahl mit Weitblick wagen. Menschen unabhängig von Industrienormen für ihre harte Arbeit, Kreativität und Engagement auszeichnen. Und das eben für das Genre Hip Hop, wo wir unsere Expertise sehen und das sonst medial so totgeschwiegene wird – es sei denn, es geht um negative Schlagzeilen.

Wer und was wird ausgezeichnet?

Wir starten mit sechs Kategorien, in denen wir Künstler*innen mit einer – wie könnte es anders sein – Goldenen Ananas auszeichnen wollen. Alle Kategorien sind im (erweiterten) HipHop-Spektrum angesiedelt. Wir haben uns als Redaktion und Jury dazu entschieden, den ersten Award auf unseren Kernbereich zu fokussieren. Denn es bringt niemandem was, wenn wir uns gleich im ersten Jahr übernehmen. Lieber kompakt starten – mit der Option, das Kategorien- und Genre-Spektrum in weiterer Folge zu erweitern. Die Nominierungen des ersten Message Awards beziehen sich auf musikalischen Output im Jahr 2020. Das bedeutet in unserem Verständnis tatsächlich alle Veröffentlichungen zwischen 1. Jänner bis 31. Dezember – vielleicht kommt ja kurz vorm Jahreswechsel noch ein „oages“ Release.

Wann und wie werden die Gewinner*innen bekannt gegeben?

Da es leider keine Veranstaltungen mit Publikum geben darf, bzw solche kaum zu planen sind, wollen wir die Gewinner*innen des THE MESSAGE AWARDS 2020 im Jänner 2021 mittels Livestream bekanntgegeben. Der genaue Ablauf und die Übergabe der Preise ist zu einem gewissen Grad von der weiteren Entwicklung der Corona-Bestimmungen abhängig. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Wie werden die Nominierten bestimmt?

In einem ersten Schritt sammelt die Redaktion von The Message in einer Longlist Acts, die für die jeweiligen Kategorien infrage kommen. Um das möglichst transparent zu gestalten, veröffentlichen wir diese am 06. Jänner. Eine Woche später präsentieren wir die Shortlist mit den fünf in einem redaktionsinternen Voting am häufigsten genannten Kandidat*innen pro Kategorie und einer kurzen Erklärung, warum sie es in die Endauswahl geschafft haben. Im nächsten Schritt erfolgt dann die Wahl zum „Sieger“ der jeweiligen Kategorie, wobei es uns sehr wichtig ist fest zu halten, dass es hier nicht um ein Rennen geht sondern um Anerkennung und Würdigung.

Gibt es ein Publikumsvoting?

Von einem Publikumsvoting haben wir abgesehen. Wir möchten verhindern, dass es zu einem Wettlauf von Acts ausartet, Fans zu animieren. Was bringt es, wenn jene Acts, die am meisten Leute zur Stimmabgabe motivieren können, die besten Chancen haben? Es soll schließlich um die Musik, nicht um ihre Vermarktung gehen.

Wer sitzt in der Jury?

Die wohl schwierigste Entscheidung. Wir haben lange über eine passende Besetzung der Jury überlegt – redaktionsintern oder doch mit möglichst neutraler Unterstützung von außerhalb? Der Umstand, dass es in unserer doch recht kleinen HipHop-Bubble diverse Vernetzungen potenzieller Jury-Mitgliedern mit Labels und Acts gibt, hat uns die Auswahl erschwert. Der Anschein einer Freunderlwirtschaft soll tunlichst verhindert werden. Dass Musik letztlich immer auch etwas mit Geschmack der einzelnen Personen zu tun hat ist klar. Letztendlich haben wir uns dazu entschieden, beim ersten The Message Award auf eine redaktionsinterne Jury zu setzen.

Sie setzt sich aus neun Leuten zusammen, die an der hiesigen Musikszene interessiert sind und unentgeltlich in ihrer Freizeit bei The Message mitwirken. Sei es durch Artikel zu heimischen Acts, eine Mitarbeit bei den Ausgaben unserer Rubriken Austro Round-up, Beatshizzle und Dope Women oder im Foto-/Grafik-/Social-Media-Bereich. Die Personen hinter den folgenden Namen werden in den kommenden Tagen via Instagram vorgestellt.

Daniel Shaked
Julia Gschmeidler
Simon Nowak
Simon Huber
Francesca Herr
Mira Schneidereit
Philipp Detter
Florian Lichtenberger
Chiara Sergi

Welche Kategorien wird es geben?

Alles der Reihe nach! Die Kategorien werden in der ersten Jännerwoche auf unserem Instagram-Kanal veröffentlicht und hier laufend ergänzt.

Update 31.12.:

Kategorie 1: Newcomer des Jahres
In dieser Kategorie werden Newcomer nominiert. Darunter verstehen wir Künstler*innen, die dieses Jahr erstmals eine größere Aufmerksamkeit erhalten oder generell begonnen haben, Musik zu veröffentlichen. Es können auch Leute in die Kategorie fallen, die zwar im Vorjahr bereits einzelne Tracks releast, aber erst in diesem Jahr ein größereres Projekt (Album/EP) veröffentlicht haben.

Kategorie 2: Producer des Jahres
In dieser Kategorie werden Producer nominiert. Darunter verstehen wir Beatproduzent*innen, die in diesem Jahr entweder Instrumentalalben veröffentlicht haben oder Beats für Rapreleases beigesteuert haben. Dabei gibt es keine Vorgabe, wie viele Beats es gewesen sein müssen und Qualität ist zwar im Zweifel besser als Quantität, ein Beat pro Jahr jedoch auch etwas zu wenig. Eine gewisse szeneinterne Relevanz oder Innovation muss jedoch gegeben sein.

Update 02.01.:

Kategorie 3: Rap-Album des Jahres
Darunter verstehen wir Rap-Releases, die mindestens acht Tracks und/oder 30 Minuten Spielzeit umfassen, sowie klar als Alben deklariert sind. EPs und kleinere Projekte werden demnach nicht berücksichtigt, könnten aber in Zukunft in einer zusätzlichen Kategorie ausgezeichnet werden.

Kategorie 4: Instrumentalalbum des Jahres
Mit der Rubrik Beatshizzle begleiten wir seit Jahren die Instrumentalszene. Deshalb liegt es auf der Hand, auch die reinen Instrumentalreleases zu würdigen. Da es hier weniger Auswahl gibt, sind wir nicht so streng, was Trackanzahl und Laufzeit angeht. Auch wenn beispielsweise Gastbeiträge von Sänger*innen oder Rapper*innen vorhanden sind, werden Releases nominiert, deren Hauptprotagonist*in ein*e Produzent*in ist und die mehrheitlich instrumental sind.

Update 03.01.:

Kategorie 5: Act des Jahres
In dieser Kategorie werden die besten Acts des Jahres aus dem Bereich HipHop nominiert. Diese müssen nicht zwangsweise ein Album veröffentlicht haben, aber dennoch das Jahr über aktiv gewesen oder durch besondere Aktionen hervorgestochen sein. Künstler*innen, die bereits in den Kategorien „Newcomer“ oder „Producer“ nominiert wurden, können nicht als Act des Jahres nominiert werden.

See Also

Kategorie 6: Message des Jahres
Die obligatorische „Message des Jahres“ darf natürlich nicht fehlen. Unser Magazinname geht nicht grundlos auf den Klassiker von Grandmaster Flash zurück, deshalb ist es gerade im Jahr 2020 wichtig, als Musiker*in seine Reichweite zu nutzen, um Messages zu transportieren. Sowohl Tracks, Album oder Statements können in dieser Kategorie nominiert werden.

Update: 04.01.:

Kategorie 7: Future Sound
Last but not least: Unsere Kategorie für Acts, deren Schaffen mehr oder weniger über das HipHop-Spektrum, auf das sich The Message ja nicht strikt beschränken möchte, hinausgeht und die zeigen, wohin sich die Szene bewegen könnte. Darunter verstehen wir Releases ab vier Tracks, die weder in den klassischen Rap- oder Instrumentalbereich fallen, aber dennoch für unsere Berichterstattung relevant sind. Diese Kategorie haben wir nach internen Diskussionen aus der angedachten Kategorie „Album des Jahres“ entkoppelt und die ursprüngliche Albumkategorie in „Rap-Album des Jahres“ umbenannt. Es ist uns ein Anliegen, die teils großartigen Releases mit stärkerem Contemporary-R&B- sowie mit aufgefrischtem Funk-, Soul- und/oder Jazz-Einschlag beim ersten Message Award genauso zu würdigen.


Fehlt da nicht was?

Mit Sicherheit. Um den ersten Message Award kompakt zu halten, belassen wir es heuer aber bei den sieben genannten Kategorien. Wir können das Spektrum in Zukunft immer noch erweitern und sind immer offen für Vorschläge. Folgende Kategorien standen übrigens noch zur Debatte:

EP
Das Ausklammern von EPs ist eher dem ohnehin großen Umfang des Awards geschuldet. Wir können uns aber gut vorstellen, die Kategorie nächstes Jahr einzubinden. Einige Acts, die 2020 EPs veröffentlicht haben, sind einstweilen in der „Act des Jahres“-Kategorie nominiert.

Frauen/Queer
Eine knifflige Entscheidung. Wir sind letztlich zum Schluss gekommen, dass Frauen und queere Acts in den anderen Kategorien ausreichend zur Geltung kommen können.

Musikvideo
Wir haben uns aus mehreren Gründen dagegen entschieden. Vor allem aber, weil wir den Message Award als reinen Musikpreis verstehen. Zudem können sich die meisten Redaktions- und damit Jurymitglieder auf Videoebene nicht dieselbe Expertise zuschreiben.

Label
Sollte ursprünglich hinein, allerdings hatten wir aufgrund der beschränkten Auwahl die Angst, dass jedes Jahr die gleiche Handvoll Labels nominiert werden würden und die Kategorie nicht abwechslungsreich genug wäre. ISt aber definitiv ein Anwärter für nächstes Jahr.

Liveact
Erklärt sich nach dem Jahr 2020 wohl von selbst. Auch wenn es in Präcoronazeiten noch Konzerte gab, wäre es unfair gegenüber Künstlern, die im ersten Vierteljahr kaum Auftritte hatten. Für die Zukunft ist diese Kategorie jedoch fest eingeplant.