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Spiritualität in Brasilien: Blitz the Ambassador mit „Running“ // Video

Spiritualität in Brasilien: Blitz the Ambassador mit „Running“ // Video

Blitz the Ambassador

Blitz the Ambassadors spirituelle „Diasporadical Trilogy“-Reise, die mit „JuJu Girl“ und „Shine“ ihren Anfang nahm, endet mit dem Video zu „Running“, gedreht in der brasilianischen Großstadt Salvador. Die Wahl des Ortes fiel nicht zufällig, gilt die Stadt an der Allerheiligenbucht doch als kulturelles Zentrum der Afrobrasilianer und als Entstehungsort der Candomblé, einer afrobrasilianischen Religion mit Wiege in Westafrika. Infolge des transatlantischen Sklavenhandels, der ab dem 16. Jahrhundert zur Deportation von Millionen Afrikanern führte, gelangte mit den Menschen deren religiöse Anschauungen nach Brasilien. Salvador fungierte bis 1763 nicht nur als Hauptstadt des Landes, sondern auch als Dreh- und Angelpunkt des portugiesischen Sklavenhandels in Südamerika, womit sich die Rolle der Stadt für die Candomblé erklärt. Trotz Maßnahmen der katholischen Kirche, die Zwangstaufen vorsahen und mit Repressionen und Verfolgung auf Ausübung der traditionellen Glaubensvorstellungen reagierte, wurden die westafrikanischen Riten in tradierter Form beibehalten. Über die Jahrhunderte hinweg entwickelte sich so ein Synkretismus zwischen katholischen und afrikanischen (von allem der Bantu und Yoruba) Glaubensrichtungen. Ähnliche Entwicklungen vollzogen sich in der Karibik in Form des Voodoo oder der Santería.

Zentrales Anliegen der Candomblé besteht in der Herstellung einer Verbindung zwischen den praktizierenden Menschen und den Orixás, der Götter. Letztere kommen auch in Blitz the Ambassadors Video vor, in dem die Orixás eine alte Frau vor der Zwangsräumung beschützen. Womit Blitz das zentrale Problem der Gentrifizierung anspricht, die auch vor Salvador nicht Halt macht.

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Mit dem in Bild und Ton beeindruckenden „Running“ liefert der ghanaisch-amerikanische Rapper den krönenden Abschluss seiner „Diasporadical Trilogy“.  Die dazugehörige „Diasporadical EP“ ist für März geplant.