1/3 Instrumentals, 1/3 Underground-Deutschrap, 1/3 Emotrap, wo hoid jemand bissi…

Schon lange vor Beginn des Konzerts ist das Flex Café gut gefüllt. Schön zu sehen, gab es in letzter Zeit schließlich öfter eher mau besuchte Konzerte in der Location. Auch ein seltener Anblick ist: Ein Voract, der das Publikum von Anfang an animiert, weshalb es schnell eng in den vorderen Reihen wird. Karmo Kaputto, der zuvor unter anderem mit RAF Camora auf Tour war, liefert eine solide Show ab. Auch wenn die Tracks nicht gerade thematische Vielfalt bringen (Spoiler: Weed, Hartz IV und deine Schwester) und „I bims“-Sprüche in 2018 keine Daseinsberechtigung mehr haben sollten (mashallah!), eröffnet Karmo den Abend passabel und liefert auch dank der Beats von (größtenteils) Sansimo und Kotico einige Kopfnicker und Ohrwürmer („Kushkeule“, „Kakerlakenboogie“).

Ohne große Umschweife beginnt DCVDNS, dessen Album vergangenes Jahr eine rege, aber aus völlig falschen Ansätzen heraus geführte N-Wort-Debatte entfachte, seinen Auftritt mit dem Intro desselbigen. Selbstverständlich sind Anwalt/Backup/Inglebirds-Kollege Hermann Weiss sowie Ex-DeineLtan-Rapper Tamas an seiner Seite. Der Plan, als Wolf im Schafspelz und mit einem Imagewandel vom pullundertragenden Meme auf zwei Beinen zum westcoastaffinen Doubletimegott die Szene zu infiltrieren, scheint aufgegangen zu sein. Wobei die Rapskills ihm ja noch nie abgesprochen werden konnten.

Über eine Stunde liefert er ein Best-Of seiner Diskografie, von Klassikern wie „Mein Mercedes“ oder „Ein Dealer bezahlt bar“ über Doubletimemassaker mit Tamas bis hin zu Tracks aus dem absolut unterschätzten Inglebirds-Album. Trotzdem ist die Kunstfigur DCVDNS mit seiner Ausstrahlung immer noch nicht wirklich greifbar, wenngleich das Konzert nicht mehr ganz so viele weirde Momente hervorbringt wie es noch vor einigen Jahren der Fall war, als er als Voract von unter anderem Genetikk einige unwissende Konzertbesucher zu verstören wusste. In einer ausgedehnten Zugabe gibt es dann noch Einblicke in eine anstehende EP von DCVDNS und Tamas, eine Kombination, die sehr vielversprechend klingt und bislang auf jedem Album funktioniert hat. Insgesamt ein gelungener Konzertabend.
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1/3 Instrumentals, 1/3 Underground-Deutschrap, 1/3 Emotrap, wo hoid jemand bissi rumschreit.


Sehr cooler artikel! Stand in der 3.reihe..
Gibts die fotos irgendwo zu haben? Würde mich sehr freuen