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EDWIN – „Traust dich nie“ als Momentaufnahme zwischen Abschied und Aufbruch // EP News

EDWIN – „Traust dich nie“ als Momentaufnahme zwischen Abschied und Aufbruch // EP News

Vier Tage nach Release bringt EDWIN seine neue EP „Traust dich nie“ dorthin, wo sie hingehört: auf die Bühne. Was im Vorfeld wie eine klassische Releaseshow wirkt, entpuppt sich schnell als deutlich persönlicheres Statement.

Schon auf der EP selbst geht es weniger um einzelne Songs als um einen zusammenhängenden Prozess. Fünf Tracks, die sich um Abschied, Zweifel und Neuanfang drehen und dabei bewusst keine glatte Dramaturgie liefern. Der Einstieg mit „Oida Tschau“ setzt den Ton: roh, direkt, ein klarer Schnitt. Danach kippt die Stimmung in „Hassliebe“ in genau jene Ambivalenz, die Beziehungen oft länger festhält, als sie sollten.

Mit dem Cover von Tanz der Moleküle öffnet sich die EP dann spürbar. Der Song steht hier weniger für Nostalgie als für Bewegung – ein vorsichtiges Zurück zum Gefühl von Leichtigkeit. „Mamemimomu“ knüpft daran an, blickt nach innen und greift verlorene Ideen und alte Pläne wieder auf, ohne sie zu verklären. Am Ende steht mit „Richtung Nirgendwo“ kein klassisches Finale, sondern eher ein offenes Ende: ein Schritt ins Ungewisse, ohne klare Richtung, aber mit der Entscheidung, ihn trotzdem zu gehen.

Diese Bewegung überträgt sich auch auf die Liveshow. Gemeinsam mit „den üblichen Verdächtigen“ bringt Edwin die Songs in einer vollen Bandbesetzung auf die Bühne – mit Schlagzeug, Bass, Gitarre, Piano und Bläsern, die dem Material zusätzliche Wucht geben. Statt reiner Performance entsteht dabei ein Raum, in dem die Themen der EP weitergedacht werden: Komfortzone verlassen, Unsicherheiten aushalten, Veränderung zulassen.

Den Auftakt übernimmt Tulatu, bevor Edwin und Band den Abend übernehmen. Es ist kein überinszeniertes Release-Event, sondern eher eine Einladung: sich mit den eigenen Brüchen auseinanderzusetzen – egal, ob laut oder leise.

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Morgen, 28.4.2026, live im Club Lucia!