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The Godfathers (Necro & Kool G Rap) – Once Upon a Crime // Review

The Godfathers (Necro & Kool G Rap) – Once Upon a Crime // Review

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(Entertainment One (Membran)/VÖ: 29.11.2013)

Rappender Producer trifft auf äußerst fähigen Rapper – dieses Szenario wiederfuhr uns schon einmal dieses Jahr – und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Ähnliches wollen wohl auch Necro, seines Zeichens „King of Death Rap“ und vielleicht einer der meist unterschätzten Produzenten unserer Zeit, und der Erfinder des Mafioso-Rap und langdienendes Mitglied der Hip-Hop Hall of Fame (wer maßgeblich Größen wie Eminem, Nas oder Jay Z beeinflusst hat, der gehört hier einfach dazu) Kool G Rap vollbringen. Doch während Run The Jewels, die erste Producer/Rapper-Rapper-Kollabo, als abgespactes und elektrifiziertes Ding seine Runden machte, ist „Once Upon A Crime“, das Album der „The Godfathers“, knallharter Straßenrap – mit allem, was dazugehört.

„Not for the album, for those tracks, this album was more gangsta, mafia, thug influenced“ so antwortete Necro im The-Message-Interview auf die Frage, ob Horrorfilme eine Inspirationsquelle für das Album darstellten. Und man merkt schnell: Necro hat hier echt Wort gehalten. Schon die erste Tracks, „Teflon Don“ und das mit einem wunderbaren Sample der Hippieband The Lovin‘ Spoonful ausgestattete „The City“ beweisen, dass die Protagonisten hier nicht zu Späßen aufgelegt sind. Vielmehr wird hier lyrisch rumgeballert (oder gestochen oder was auch immer), Nummern wie „High Tension“ oder die wirklich großartige Westernnummer „Cook Catastrophe & The Gunblast Kid“ (ein Hightlight der Platte) werden  mit gehöriger Brutalität dem Trommelfell des Hörers serviert – hart, aber eben durchaus faszinierend, wobei letzteres Prädikat ohne Zweifel einige Nummern verdienen: Unsub“ stellt etwa ziemlich perversen Storytelling-Shit dar, der seine gänzliche Härte erst durch die Frauenstimme in der Hook entfaltet – dieses Kontrastprogramm begegnen wir öfters und erfüllt eigentlich immer seinen Zweck. „Once Upon a Crime“ endet schließlich mit dem Titeltrack, der stellvertretend für das Album steht: auf einem starken Geigenbeat, der durchaus Melancholie versprüht und stimmungsmäßig an „Poetry in the Streets“ erinnert, brennen Necro und Kool G Rap alles nieder.

Thematisch erfüllt „Once Upon a Crime“ alle Vorgaben, positiv wirkt sich auch der Umstand aus, dass Kool G Rap wieder dazu bewogen werden konnte, den Schlaftablettenflow der letzten Alben mal zur Seite zu legen. Und Necro liefert eine gewohnt starke und nur so von Aggression strotzende am Mic – seltene Ausfälle ala „We’ll Kill You“, bei dem beide Rapper nicht wirklich überzeugen, mal ausgeklammert – und eine mindestens genauso überzeugende Leistung als Produzent ab. Experimente? Popappeal? Kannst du woanders suchen. Das hier ist harter, ungefilterter Rap direkt von der Straße – weit unter der Gürtellinie, aber höllisch spaßig.