Der junge britische Producer, Singer und Songwriter Kwes veröffentlicht am 14. Oktober 2013 sein erstes Solo-Debut-Album „ilp“ auf Warp-Records. Nach seinem Release der „Meantime“ EP 2012, Remakes und Collaborations für unter anderem Ghostpoet, DELS, Micachu oder The XX, auch gesampelt von Kanye West, wird sein Debütalbum als Hoffnungsträger neuer futuristischer Klänge gefeiert.
Kwes zeigt mehrere musikalische Facetten: Romantisch angehauchten Free-Pop, gemischt mit experimentellen elektronischen Vibes. Er spielt mit Elementen von Soul, Ambient, Pop, R&B, Experimental und Electronic – lässt sich generell aber keinem Genre zuordnen. Die Beatgrundlage ist komplex und verworren, jeder Song ist smooth, eingängig und nahezu architektonisch durchdacht. Die Lyrics haben eine scharfsinnige Aussagekraft, wenngleich sie oft von der Liebe handeln. Vor allem aber der zweite Part des Albums, in dem etwas mehr Ruhe einkehrt, bringt nuancenreiche Melodien für jede Gefühlslage.
Cablecar, ein verschachtelter achtminütiger Track, ist einer der erfolgreichsten Experimente vom Artist. Der Song lebt von seinen Twists and Turns, er wirkt als ob mehrere Parts ineinander gespielt wurden. Besonders der rein instrumentelle Track „Hives“ und der darauffolgende Song „Broke“ sind perfekt gelungen – feine Pianoklänge mit weichen Bass-Drops, Reverbs und subtilen Geräuschapplikationen.
Das Album erzählt eine urbane Story in Form von zehn aufeinander abgestimmten Songs. Wenn man es hört, fühlt man sich ein bisschen wie Alice im Wunderland, bzw. Alice in der City. Es hat einmal geheißen, Kwes` Sound sei untypisch für Warp-Records, doch mit seinem Solo-Album hat er bestätigt, dass er durch seine komplexen Beat-Konstruktionen der Hörerschaft heftige Emotionen liefert.
Deep und nice ist das Werk – absolut hörenswert.
(HB)
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