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Schwesta Ewa spricht nicht vom Rodeo: „Schubse den Bullen“ // Video

Schwesta Ewa spricht nicht vom Rodeo: „Schubse den Bullen“ // Video

Trotz musikalischer Ebbe in den vergangenen drei Jahren kehrte um Schwesta Ewa keine Ruhe ein, wobei sie sich bestimmt erfreulichere Nachrichten gewünscht hat. Im November 2016 wurde Schwesta Ewa nämlich von einer Einheit des SEK festgenommen, die Vorwürfe der Frankfurter Staatsanwaltschaft waren schwerwiegend: Zwischen November 2015 und September 2016 soll die Rapperin mehrere junge Frauen aus ganz Deutschland zur Prostitution gezwungen und „durch psychischen Druck und wiederholte körperliche Misshandlungen gefügig“ gemacht haben, so die zuständige Behörde im Wortlaut. Bei den daraus erzielten Einnahmen sollen zudem falsche Angaben hinsichtlich der Umsatz- und Einkommenssteuer gemacht worden sein.

Im Juni 2017 wurde Schwesta Ewa von den Anklagepunkten der Zuhälterei und des Menschenhandels freigesprochen, allerdings der Steuerhinterziehung im Umfang von rund 60.000 Euro und der Körperverletzung in 35 Fällen schuldig gesprochen. Zweieinhalb Jahre Haft lautete das Urteil, gegen das Ewa Malanda, so Schwesta Ewa bürgerlich, sowie die Staatsanwaltschaft im Gleichschritt Revision einlegten. Gegenwärtig befasst sich der Bundesgerichtshof (BGH) mit dem Fall. Im November 2017 machte Schwesta Ewa einen – aus ihrer Perspektive – nicht sonderlich klugen Schritt: In einem Instagram-Video sprach sie davon, sehr wohl einen „illegalen Escortservice“ betrieben zu haben, und richtete an die Staatsanwaltschaft folgende Worte: „Ich hab‘ Angst vor dem BGH, weil diese Bastarde von der Staatsanwaltschaft mit dem Urteil nicht zufrieden sind und vier Jahre Knast fordern, weil sie sich daran aufgeilen“. Eine Aussage, die noch ein übles Nachspiel haben kann.

Umso treffender, dass sie ihre neue Single „Schubse den Bullen“ mit den Worten „Ich war lange weg/Und verdammt, bald bin ich wieder lange weg, Kurwa!“ einleitet. Da macht sie jemand keine falschen Hoffnungen. Wie bei dem Titel zu erwarten, kommen Polizei und Staatsanwaltschaft im Track nicht sonderlich gut weg, auch die besagte Instagram-Geschichte findet Erwähnung („Diese Fotzen wollen mich ficken wegen Insta-Storys“). Außerdem bezeichnet sich Ewa im Track als „Arbeitsamt für Nutten“ und teilt gegen Ex-Aggro-Berlin-Rapperin Kitty Kat aus: „Von der Hure zum Rapstar, mein Weg war nicht unbeschwert/Die gleiche Karriere wie bei Kitty Kat, nur umgekehrt“. Nicht ganz Up-to-date ist sie mit der Aussage, ihre „Albos“ würden anstelle von 2Pac Rita Ora hören – ist doch Dua Lipa hier momentan viel angesagter. Das Rap-Tagesgeschäft scheint sie aber zu verfolgen, trägt sie die Zeilen im Cardi-B-„Bodak-Yellow“-Flow über eine Produktion von den Beat Demons vor.

Das Video spielt auf ihre Verhaftung durch das SEK an, ansonsten sind mit Nura von SXTN und Eunique (die am 29.06. auf unserer Geburtstagsfeier performt) zwei momentan äußerst gehypte Rapperinnen darin zu sehen. Der Track entstammt ihrem neuen Album „Aywa“ (arabisch für „Ja“), das am 01. Juni über „Alles oder Nix“ erscheint. Das dazugehörige Cover wurde schon veröffentlicht, auf dem sticht besonders die Positionierung des Kopfes der Rapperin hervor. Interessante Schlüsselbeinmutation, die ihr da mit Photoshop auf den Leib gezaubert wurde.

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