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Melancholie am Wörthersee: Crowns Of Babylon mit „Steering Into The Blue“ // EP

Melancholie am Wörthersee: Crowns Of Babylon mit „Steering Into The Blue“ // EP

Während in Wien alle nur ins Grüne wollen, steuern die Crowns of Babylon dem Blauen entgegen. Ihre neue EP „Steering Into The Blue“ versprüht eine gewisse Ziellosigkeit, wie sie in diesen Zeiten vielleicht gar nicht so ungewöhnlich ist. Für einen jungen Menschen ist das aber ohnehin ein Dauerzustand – und genau dieses Gefühl fängt die Band mit typisch melancholischer Grundstimmung ein, ganz nach Alt-Rock-Manier. Mit dem Wörthersee als Inspirationsquelle hat das Projekt der Wiener/Kärntner Band im Sommer 2020 in einem Seehaus gestartet und ist dann im hauseigenen Studio in Wien fertiggestellt worden.

Angesprochen und erzählt wird in den Songs vieles. Es geht darum, einfach mal den Mund aufzumachen, trotz eventueller Unsicherheiten, darum, sich nicht verabschieden zu wollen, um Verlangen und Sehnsucht, die zumindest solange anhält, bis die Sonne wieder aufgeht. „Let’s commit a crime tonight“ heißt es dann auf „Distant Hibition“ – eine charmant-romantische Einladung zum Strawanzen und Gesetze brechen. Es sind Texte zum Mitfühlen, schön erzählt und noch schöner anzuhören. Simon Rupp, der Sänger der Band, überzeugt dabei mit einer Stimme, die an Alex Turner erinnert.

Neben Simon Rupp (Gesang, Gitarre, Drums, Songwriting, Produktion) sorgen auch Samo Weidinger (Keyboard, Synth), Michael Marginter (Keyboard, Saxophon), Miša Cevtkovic (Bass), Matteo Orenda (Produktion, Sound) und Matti Felber (Drums) für Soundscapes, die über die klassische Alternative-Rock-Grenze hinausgehen. „Onosecond“ ist beispielsweise elektronisch angehaucht, auf „On A Mission“ beweist die Band, dass es auch härter, komplexer und tiefer geht. „Feel The Room“ ist ein Song mit Ohrwurmpotenzial, harmonierte Vocal Loops vermischen sich mit Synth-Elementen.

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Foto: studio.abk

Auch wenn der Luxus eines Seehauses am Wörthersee weit entfernt scheint, lädt die EP zum Träumen und Treiben ein. Ein sehr gelungenes Projekt, das man spätestens nach dem schönen Outro nochmal von vorne anhören möchte.