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Goodie Mob – Age Against The Machine

Goodie Mob – Age Against The Machine

goodie-mob-age-against-the-machine-cover1-600x450(Atlantic/VÖ: 30.8.2013)

Was soll man vom neuen Album einer Gruppen halten, welche neun Jahre komplett von der Bildfläche verschwunden war? Szenario eins: nicht viel, den Typen ist das Geld ausgegangen und fanden aus diesem Grund den Weg back in die Gesangskabine. Szenario zwei: die angesprochenen Musiker nutzen die Zeit für verschiedenste Soloprojekte, fanden wieder zueinander und weil auch der Vibe  stimmte wurde beschlossen, ein neues Album aufzunehmen. Was trifft auf den Goodie Mob zu? Eher Szenario zwei, den zumindest einer aus dem Quartett scheffelte in der Zwischenzeit richtig viel Kohle: Cee-Lo Green eroberte die Popwelt, und das nicht nur einmal. Ein Comeback des Goodie Mobs galt daher als eher unwahrscheinlich, doch wie heißt es: das Leben ist wie eine Pralinenschachtel usw., und so wurde doch, nach fast einem Jahrzehnt Pause, wieder was neues veröffentlicht.

„Age Against The Machine“ so der Titel, soll schließlich an dort anschließen, wo  „One Monkey Don’t Stop No Show“ geendet hat. Gut, das Artwork ist wirklich selten hässlich, der Titel selbst wenig einfallsreich (Hommage an Rage Against The Machine?) und die Musik: okay, die fetzt. Aber so richtig. Titel wie „State of the Art“ (hier wurde ein Sample verwendet, welches einst schon Necro ausgegraben hat) oder „I’m Set“ gehen wirklich hart in die Farbe, doch auch die ruhigeren Nummern können überzeugen: „Amy“ ist ein toller Track, der auch nur funktioniert, weil Cee-Lo Green wirklich weiß, wie das mit dem Singen funktioniert. Klar, besagter Mann ist das Zentrum der ganzen Truppe, quasi das, was Eminem bei D12 war – das soll allerdings nicht die Fähigkeiten der anderen drei schmälern, v.a. Big Gibb kann rapmäßig überzeugen. Die Lyrics sind schließlich, trotz des ganzen musikalischen Wirbels, kritisch as usual:  der Goodie Mob legt wieder den Finger in die Wunde und thematisiert u.a. den immer noch vorhandenen Rassismus in der amerikanischen Gesellschaft. Man hat also den Eindruck, dass sich hier jemand wirklich Gedanken gemacht hat und nicht lieblos einige Zeilen auf ein Blatt Papier geschmiert wurden. Das ist kritische, das ist politische, und vor allem eines: gute Musik.

Fazit also: nicht vom schlechten Artwork und den noch schlechteren Vorabvideos ablenken lassen, denn „Age Against The Machine“ kann einiges. Gutes Release, mit dem der Goodie Mob ihren guten Namen sicher nicht beschmutzt hat. Und nun darf auch OutKAST als nächster was Neues releasen.

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(thomki)